Wappen der Gemeinde Lohmen in Sachsen

Gemeinde Lohmen mit dem Basteigebiet

  • Blick auf Lohmen
  • Koordinatenstein
  • Bastei
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Bastei

Auf der Basteibrücke - 360°-Panorama

© Blendwerk 360° - Stefan Schrader


Der einzigartige Aussichtspunkt Bastei, der bereits 1768 in der Reiseliteratur erwähnt wurde, bietet - fast 200 Meter über der Elbe gelegen - einen atemberaubenden Ausblick über das Elbtal und die Tafelberge des Elbsandsteingebirges. Über die steinerne Basteibrücke, die in mehreren Bögen eine tiefe Schlucht überspannt, erreicht man den Fels Neurathen.

 

BasteiaussichtDer am weitesten zur Elbe vorspringende schmale Felsrücken ist die eigentliche Bastei.
Auf dem Basteiaussichtsfelsen stehend blickt man hinunter auf die Elbe zwischen Lilienstein und Königstein und erkennt den Kontrast zwischen dem steilen Prallhang bei Niederrathen und den sanft ansteigenden Hügeln bei Oberrathen. Der unterhalb der Bastei liegende Kurort Rathen ist als Ausgangspunkt für viele Wander- und Klettertouren der Sächsischen Schweiz und auch wegen seines imposanten Freilichttheaters, der Felsenbühne Rathen, bekannt. Links blickend sieht man die Basteibrücke mit ihrem Felsmassiv.

 

Basteibrücke  Blick auf Kurort Rathen, den Rauenstein und im Hintergrund die Festung Königstein

Bei klarem Wetter genießt man eine herrliche Fernsicht: Im Süden ist links vom Königstein der Pfaffenstein zu erkennen, dahinter die bewaldeten Kammlinien des Erzgebirges; im Südosten sieht man den Großen Winterberg; im Osten ragt das Felslabyrinth der Schrammsteine auf; im Nordosten erhebt sich der Valtenberg aus dem Lausitzer Bergland.

Blick von der Bastei  Blick von der Bastei

Blick von der Bastei  Blick von der Bastei

Die heute bestehende Sandsteinbrücke wurde 1851 erbaut. Sie hat eine Länge von 76,50 m und überspannt mit 7 Bögen die 40 m tiefe Schlucht, Mardertelle genannt.

Basteibrücke  Basteibrücke

Das Felsentor am Ende der Basteibrücke war das Eingangstor zur Felsenburg Neurathen, eine Natursteinfestung, die Mitte des 14. Jahrhunderts von böhmischen Rittern angelegt wurde.

Für das leibliche Wohl der Besucher der Bastei sorgen Imbissangebote und das Panoramarestaurant Bastei. Übernachtungsangebote findet man ebenfalls im **** Berghotel Bastei mit gradioser Aussicht in die Felsenwelt.

Zur Bastei gelangen Sie zu Fuß über den Brückwald- oder Nicolaiweg Lohmen, über den steilen Aufstieg aus Kurort Rathen oder über den Malerweg über Stadt Wehlen.

Mit dem PKW erreichen Sie die Bastei aus Lohmen über die Basteistraße sowie aus Richtung Rathewalde. Es sind 2 Parkplätze ausgeschildert.

 


Zur Geschichte der Bastei

Die Gastronomie auf der Bastei blickt bereits auf eine 200jährige Geschichte zurück. Die Anfänge der Gästebewirtung auf dem berühmten Felsen im Elbsandsteingebirge reichen bis ins Jahr 1797 zurück.
Hungrige und durstige Wanderer wurden aus einem Tragekorb versorgt. Erst 1812 bewirtschaftete ein Fleischer aus Lohmen feste Hütten.
Das erste Gasthaus wurde 1826 auf der Bastei eröffnet. Seit 1979 bewirtet das Panoramarestaurant hoch über der Elbe die Gäste. Heute reicht das Angebot auf dem Bastei-Areal vom Imbiss bis zur gehobenen Gastronomie.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte der Weg von Rathen hinauf auf die Bastei durch die wildromantische, aber steile Vogeltelle. Noch überspannte keine Brücke die tiefe Schlucht der Mardertelle. Aus dem Rathener Grund ging es links in den Wehlgrund, an der Mardertelle und am Ferdinandstein westlich vorbei zur Vogeltelle und einen sehr steilen Weg hinauf.

Nachdem Götzinger sich 1804 noch über den Bastei-Aufstieg bedeckt gehalten hatte, beschrieb er 1812 diesen Weg, nicht ohne darauf hinzuweisen, sich in Rathen um einen Führer zu bemühen, wozu er den "unterhaltenden" Schneidermeister Heering empfahl. Und wem die Klettertour durch die Vogeltelle zu beschwerlich war, der musste den Amselgrund bis zur Rathewalder Mühle hinaufsteigen und von da hinüber zur Bastei wandern.

1814 erbarmte sich der Forstadjunkt Auerswald aus Lohmen der Basteibesucher und ließ den steilen Aufstieg besucherfreundlicher mit 487 Stufen ausbauen, hatte doch der Schweizer Maler Adrian Zingg angesichts der körperlichen Strapazen beim Aufstieg schon Jahre vorher geklagt: "Die Bastey ist über die maßen schön, aber erst gült es hinaufzugelangen!" Und Bruno Barthel meinte in seiner unnachahmlichen Art: "Ich moag ni wissen, wie moancher ward gekräckst hoan, eeb'r durch die steile Schlucht uff di Bastei gekumm is!"

Wie Götzinger 1804 lässt uns auch der Lohmener Pfarrer Nicolai in seinem Wegweiser aus dem Jahre 1801 im Unklaren über den Weg hinauf zur Bastei. Da die Tour von Lohmen und Wehlen durch den Zscherre- und den Höllengrund damals noch unbekannt war, riet er den Schweizreisenden über das Wehlstädtel nach Rathen zu gehen und dort einen kundigen Führer zu engagieren. Vermutlich führte der Basteiaufstieg damals noch vom Ortsausgang Rathen Richtung Wehlen durch das heutige "Eisenbahngründel", in dem 1881 eine Dampfseilbahn gebaut werden sollte, zur Vehmhöhle und von da empor zum Plateau.

1812 aber war dann auch der Weg vom Uttewalder durch den Zscherregrund zum Steinernen Tisch und weiter zur Bastei zur Standardtour geworden, und Götzinger empfahl nunmehr allen, die nicht erst nach Stadt Wehlen und Rathen wollten, diesen Aufstieg zu nehmen.

War der Besuch der Bastei um das Jahr 1800 noch ein exklusives und waghalsiges Abenteuer, so wurde er in den folgenden Jahrzehnten zur Massenbewegung. Neue, bequeme Zugänge wurden geschaffen. 1816 war die Zufahrt von der Straße Lohmen-Hohnstein ausgebaut und dadurch auch für "zartere Naturen" die Möglichkeit geschaffen worden, mit dem Kutschwagen "bis nahe an den Felsvorsprung zu fahren".

1826 wurde dann endlich vom Neurathener Felsentor über die Mardertelle hinweg zum Basteimassiv eine Holzbrücke geschlagen und die mühsame Kraxelei durch die Vogeltelle beendet. Und pünktlich zur Einweihung der Eisenbahnstrecke durch das Elbtal im Jahre 1851 war die Holzbrücke, die wegen der vielen Reparaturen zum Ärger der Besucher häufig gesperrt werden musste und schließlich ganz baufällig geworden war, durch die Steinbrücke ersetzt worden. Sie wurde in nur zwei Jahren erbaut und ist mit Recht das weltweit bekannte Signet der Sächsischen Schweiz.